Auf einen Blick
Ihre Checkliste besteht aus den Grundunterlagen jeder Immobilie, den Zusatzunterlagen Ihrer Objektart und den Ausnahmen Ihres Bundeslands. Pflicht für jeden Verkäufer eines Hauses oder einer Wohnung ist der Energieausweis (§ 80 GEG), außer bei Baudenkmälern und kleinen Gebäuden bis 50 m² Nutzfläche. Fast alles andere verlangen Käufer, Bank oder Notar. Wer die Unterlagen vor dem ersten Inserat beisammen hat, verliert keine Wochen zwischen Zusage und Notartermin. Welcher Energieausweis Ihr Haus braucht, klärt der Energieausweis-Check; was Notar und Grundbuch kosten, rechnet der Notarkosten-Rechner vor.
So entsteht Ihre Liste
Unterlagen = Grundunterlagen + Zusatzunterlagen der Objektart + Mietverträge (wenn vermietet) + Erbnachweis (wenn geerbt) − was in Ihrem Bundesland entfällt.
- Grundunterlagen für jede Immobilie: Grundbuchauszug, Flurkarte, Löschungsbewilligung (wenn eine Grundschuld eingetragen ist), Personalausweis und Steuer-ID.
- Haus und Wohnung zusätzlich: Energieausweis (§ 80 GEG; das Gesetz heißt inzwischen Gebäudemodernisierungsgesetz, GModG), Bauzeichnungen, Wohnflächenberechnung (üblich nach WoFlV), Baugenehmigung, Nachweise über Modernisierungen. Beim Haus außerdem der Nachweis der Gebäudeversicherung.
- Haus und Grundstück zusätzlich: Auskunft aus dem Baulastenverzeichnis, Altlastenauskunft, Erschließungsbeitragsbescheinigung.
- Eigentumswohnung zusätzlich: Teilungserklärung mit Aufteilungsplan, Protokolle der Eigentümerversammlungen, Beschluss-Sammlung, Wirtschaftsplan, Jahresabrechnung, Stand der Erhaltungsrücklage und gegebenenfalls die Verwalterzustimmung.
- Bundesland: Bayern führt kein Baulastenverzeichnis. In Brandenburg werden neue Baulasten im Grundbuch gesichert, alte Baulastenverzeichnisse gelten weiter. Fragen Sie dort trotzdem bei der Bauaufsicht nach.
Beispiel: Haus in Bayern
Für ein nicht vermietetes Haus in Bayern zeigt die Checkliste 12 Unterlagen. Die Baulastenauskunft entfällt. Die Kosten, die in unserer Datenbasis stehen, summieren sich auf 60 € bis 520 €. Darin steckt der Energieausweis mit einem Erfahrungswert aus Ratgeberseiten, kein amtlicher Preis. Nicht enthalten sind die Kosten für Flurkarte / Liegenschaftskarte, Lageplan / Bauzeichnungen, Wohnflächenberechnung, Baubeschreibung / Baugenehmigung / Abnahmeschein, Altlastenauskunft, Erschließungsbeitragsbescheinigung, Löschungsbewilligung / Ablösebetrag: Sie hängen von Land, Kommune, Bank oder Verwalter ab und liegen uns nicht belegt vor.
| Unterlage | Kosten |
|---|---|
| Energieausweis | 50 € bis 500 € |
| Grundbuchauszug | 10 € bis 20 € |
| Auskunft Baulastenverzeichnis | entfällt in Bayern |
| Gebäudeversicherungsnachweis | kostenlos (unverbindlich) |
| Nachweise Modernisierungen, Heizung (Schornsteinfeger-Protokolle) | kostenlos (unverbindlich) |
| Personalausweis + Steuer-ID beider Parteien | kostenlos (unverbindlich) |
Wohnfläche ist ein Haftungsrisiko. Geben Sie im Exposé an, nach welcher Methode die Fläche berechnet wurde. WoFlV, DIN 277 und die alte II. BV liefern unterschiedliche Werte. Die Fläche nach WoFlV rechnen Sie Raum für Raum mit dem Wohnflächenrechner nach.
Privatverkauf-Checkliste: in welcher Reihenfolge Sie die Unterlagen besorgen
- Vor dem Inserat: Energieausweis. Seine Pflichtangaben gehören in Anzeigen (§ 87 GEG); ob das für private Inserate gilt, ist rechtlich ungeklärt, wir empfehlen die Angaben immer. Außerdem Grundriss und Wohnflächenberechnung, Fotos, Exposé.
- Vor der ersten Besichtigung: Energieausweis zum Vorlegen, Grundbuchauszug, Flurkarte, bei Eigentumswohnungen die WEG-Unterlagen vom Verwalter.
- Wenn ein Käufer finanziert: Bauzeichnungen, Baugenehmigung, Baulastenauskunft und Versicherungsnachweis für die Bank.
- Zum Notartermin: Personalausweise und Steuer-IDs. Löschungsbewilligung und Grundbuchstand holt der Notar selbst.
Fotos, Grundriss und Exposé erstellt das Privat-Paket für Sie, ohne Makler und ohne Abo.
