Entscheidungshilfe 2025/2026

Provision sparen — oder Geld verlieren? Die ehrliche Rechnung

Sie denken: €11.424 Provision ist viel Geld. Richtig. Aber 5 Studien zeigen, dass private Verkäufer im Schnitt mehr verlieren — durch Überpreisungen, Zeitaufwand und Haftungsrisiken. Diese Seite rechnet es durch.

64,2%
aller Immobilien in Deutschland mit Makler verkauft
Quelle: Albrecht Ventures / Sprengnetter 2022
3,57%
Ihr Provision-Anteil als Verkäufer (50/50-Teilung)
Quelle: baufi24.de, §656a-d BGB seit Dez. 2020
379 Tage
Vermarktungsdauer bei 20% Überpreis
Quelle: Kreissparkasse Köln Studie, 1.000+ Objekte

Auf einen Blick

Sie wollen Ihre Immobilie verkaufen und überlegen, ob Sie die Maklerprovision sparen können. Das ist nachvollziehbar. Bei einem deutschen Durchschnittsobjekt von 320.000 EUR beträgt Ihr Anteil 11.424 EUR. Viel Geld. Die entscheidende Frage lautet aber nicht: "Kann ich mir den Makler sparen?" — sondern: "Was kostet mich der Privatverkauf tatsächlich?" Fünf unabhängige Studien zeigen ein klares Bild. Diese Seite rechnet es durch.

Die ehrliche €11.424-Frage

Seien wir ehrlich: Die meisten Menschen googeln "Immobilie ohne Makler verkaufen", weil sie eine Zahl gesehen haben. Bei einem Haus für 320.000 EUR sind das €22.848 Gesamtprovision — davon tragen Sie als Verkäufer nach der gesetzlichen Neuregelung vom 23. Dezember 2020 genau die Hälfte: €11.424.

Das ist keine kleine Summe. Das ist richtig.

Aber hier ist das Problem: Die meisten Privatverkäufer vergleichen €11.424 Provision mit €0 Provision. Das ist die falsche Rechnung. Die richtige Rechnung lautet: €11.424 Provision vs. reale Gesamtkosten des Privatverkaufs.

Und diese Gesamtkosten überraschen. Nach Daten aus fünf unabhängigen Studien belaufen sie sich im Worst Case auf über €55.000 — durch explizite Kosten, Zeitaufwand, Preisverluste und Haftungsrisiken. Die Provision ist im Vergleich dazu oft die günstigere Option.

Das bedeutet nicht, dass Privatverkauf immer falsch ist. Es gibt Situationen, in denen er Sinn ergibt. Mehr dazu weiter unten. Zuerst die Zahlen.

So verkauft Deutschland: Zahlen und Fakten

Eine der umfangreichsten Marktstudien zum deutschen Maklermarkt stammt von Albrecht Ventures, ausgewertet auf Basis von 225.115 Immobilienangeboten in 10 deutschen Großstädten. Das Ergebnis: 64,2% aller Wohnimmobilien wurden 2022 über einen professionellen Makler verkauft.

Der Anteil ist sogar gestiegen — um 4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Und in bestimmten Städten ist Privatverkauf die Ausnahme: Berlin 79% Maklerquote, Düsseldorf 76%, Hamburg 65%.

Das bedeutet: Nur 35,8% aller deutschen Immobilien wechseln ohne Makler den Besitzer. Aber wie läuft es für diese Privatverkäufer? Ein systematischer Preisvergleich von Wohnglueck.de in 11 deutschen Großstädten gibt die Antwort.

9 von 11

Großstädte, in denen Makler-Angebote günstiger sind als Privatangebote (Wohnglueck.de, 11-Städte-Vergleich)

24% vs. 5%

Privatangebote benötigen 24% Preisreduktion nach Erstofferte — bei Makler-Objekten nur 5% (Leipzig, Wohnglueck.de)

2× länger

Privatangebote bleiben im Schnitt doppelt so lang online wie Makler-Objekte (Albrecht Ventures / Statista)

Professioneller Immobilienmakler mit Unterlagen im Büro — Vergleich Makler vs. Privatverkauf

64,2% aller deutschen Wohnimmobilien werden professionell vermarktet — die Frage ist, ob das für Sie sinnvoll ist

Maklerprovision 2025: Was Sie wirklich zahlen

Seit dem 23. Dezember 2020 gilt §656a-d BGB: Bei Wohnungen und Einfamilienhäusern muss die Provision zwischen Käufer und Verkäufer gleichmäßig geteilt werden. Wer bestellt, zahlt mindestens genauso viel wie die Gegenseite.

Die Standard-Gesamtprovision in Deutschland liegt bei 7,14% des Kaufpreises — das sind 3,57% für Sie als Verkäufer und 3,57% für den Käufer. Mit der neuen Regel zahlen Sie also nie mehr als die Hälfte des gesamten Maklerhonorars. Ausnahmen: Bremen und Mecklenburg-Vorpommern (5,95%), Hamburg (6,25%).

Rechenbeispiel: 320.000 EUR Immobilie

Gesamtprovision bei 7,14%: €22.848

Ihr Anteil als Verkäufer (3,57%): €11.424

Käufer-Anteil (3,57%): €11.424

Quelle: immoverkauf24.de, baufi24.de, §656a-d BGB (Dez. 2020)

Was der Verkauf wirklich kostet: Makler vs. Privatverkauf (320.000 EUR Immobilie)

Vollständiger Kostenvergleich inkl. Zeitaufwand und Worst-Case-Preisverlust — Quelle: Kreissparkasse Köln, Homeday, immoverkauf24

Privatverkauf: Was er wirklich kostet

Die meisten Ratgeber listen die expliziten Kosten auf. Das ist der einfache Teil. Der schwierige Teil ist die Überpreisungs-Falle.

Explizite Kosten: ca. €2.500–4.000

Energieausweis (Bedarfsausweis): ca. €300–500. Grundbuchauszug: €10–20. Wohnflächenberechnung: ca. €250. Premium-Inserate auf ImmoScout24 und Immowelt: ca. €400–800. Professionelle Wertermittlung: €300–800. Zusammen kommt man auf €2.500–4.000 — auch ohne Makler.

Implizite Kosten: ca. €2.000

Laut Daten von Homeday und immoverkauf24.de investieren private Verkäufer 80 bis 120 Stunden in den Verkaufsprozess: 10–15 Stunden allein für das Filtern von Anfragen, 5–10 Stunden für Besichtigungen, 15 Stunden für Verhandlungen und Notartermin. Bei einem Stundensatz von €25 sind das €2.000 implizite Kosten — Ihre Zeit hat einen Wert.

Privatverkäufer mit Unterlagen und Laptop — 80 bis 120 Stunden Zeitaufwand beim Immobilienverkauf ohne Makler

80–120 Stunden Zeitaufwand: Das dokumentieren Homeday und immoverkauf24.de für den durchschnittlichen Privatverkauf

Die Überpreisungs-Falle

Die Überpreisungs-Falle: Das größte Risiko beim Privatverkauf

Eine der meistzitierten deutschen Studien zur Preisgestaltung beim Immobilienverkauf stammt von der Kreissparkasse Köln — analysiert von heidelbergerwohnen.de auf Basis von über 1.000 Verkaufsangeboten. Das Ergebnis ist eindeutig:

  • Immobilien mit +20% Überpreis brauchten durchschnittlich 379 Tage bis zum Verkauf
  • Immobilien mit +5% Überpreis: nur 63 Tage
  • Zum Angebotspreis gelistet: 55 Tage
  • Das Ergebnis des Überhöhens: Verkauf am Ende bei nur 85% des ursprünglichen Anfragepreises

Quelle: Kreissparkasse Köln Studie / heidelbergerwohnen.de

Warum überschätzen private Verkäufer ihren Preis so systematisch? Emotionale Bindung. Die Wohnglueck.de-Analyse von 11 deutschen Großstädten zeigt das in harten Zahlen: In 9 von 11 untersuchten Städten waren Makler-Objekte im Angebotspreis günstiger als Privatangebote — aber trotzdem wurde mit dem Makler am Ende ein besserer Preis erzielt. Der Grund: Makler kennen den Markt, setzen realistisch an und vermeiden die Überpreisungs-Spirale.

In Leipzig wurden 24% der Privatangebote nach dem Erstinserat im Preis reduziert. Bei Makler-Objekten? Nur 5%. Das ist kein Zufall. Das ist Marktkenntnis.

Makler vs. Privatverkauf: 8 Dimensionen im Vergleich

KriteriumMit MaklerPrivatverkauf
Kosten für Sie3,57% Provision (€11.424 bei 320k)€2.500–4.000 explizit + versteckte Kosten
VermarktungszeitDurchschnittlich 50% kürzer2× länger als Makler-Objekte (Albrecht Ventures)
PreisfindungMarktkenntnis, Vergleichsdaten, kein OverpricingEmotionale Bindung führt zu 20%+ Überpreis (KSK Köln)
RechtssicherheitE&O-Versicherung, Mängelaufklärung organisiertVolle Haftung, Schadensersatz-Risiko
VerhandlungProfessionell, emotional distanziertEmotional belastet, Käufer haben Vorteil
Exposé-QualitätProfessionell, oft mit StagingAbhängig von eigenen Fähigkeiten
KontrolleWeniger Kontrolle über den ProzessVolle Kontrolle und Transparenz
ZeitaufwandMinimal — Makler übernimmt 90%80–120 Stunden (immoverkauf24.de)

Wann lohnt sich der Privatverkauf wirklich?

Privatverkauf ist nicht per se falsch. Es gibt Situationen, in denen er klar Sinn ergibt. Aber sie sind spezifischer als die meisten annehmen.

01

Direktkäufer bereits vorhanden

Nachbar, Verwandter oder Kollege will kaufen und der Preis ist bereits verhandelt. Kein Vermarktungsrisiko, kein Zeitaufwand für Inserate.

02

Eigene tiefe Marktkenntnis

Sie sind selbst Immobilienprofi oder haben sehr gute Kenntnisse der lokalen Vergleichspreise. Dann können Sie marktgerecht ansetzen.

03

Gewerbliche Immobilien

§656a-d BGB gilt nur für Wohnimmobilien (Wohnungen und EFH). Bei Gewerbeimmobilien ist die Provision verhandelbar und der Markt funktioniert anders.

04

Extrem angespannter Markt

In Märkten mit massivem Nachfrageüberhang und wenig Angebot verkauft sich fast alles — unabhängig von der Präsentation. Dann ist die Provision reine Kosten.

Das übersehene Risiko: Haftung und Mängel

Makler haben eine Berufshaftpflichtversicherung (E&O Insurance). Private Verkäufer nicht.

Als Verkäufer sind Sie verpflichtet, alle Ihnen bekannten Mängel offenzulegen: Feuchtigkeit, Wasserschäden, Schädlingsbefall, strukturelle Risse. Ein vertraglicher Haftungsausschluss ("gekauft wie gesehen") schützt Sie nicht, wenn arglistige Täuschung vorliegt. ImmobilienScout24 warnt explizit: Wer bekannte Mängel verschweigt, riskiert Schadensersatz — und im schlimmsten Fall eine Rückabwicklung des gesamten Kaufvertrags.

Stiftung Warentest, Deutschlands unabhängigste Verbraucherorganisation, rät: Wer ohne Makler verkauft, sollte unbedingt einen Fachanwalt für Immobilienrecht hinzuziehen — Kosten ca. €500–1.500. Das ist bei vielen Privatverkäufern nicht einkalkuliert.

Kurz: Der Makler übernimmt im Rahmen seines Auftrags auch das Haftungsrisiko für fehlerhafte Angaben in der Vermarktung. Das hat einen Wert — auch wenn er sich schwer beziffern lässt.

Der dritte Weg: Provision sparen und Preis maximieren

Es gibt eine Option, die kein Wettbewerber Ihnen zeigt. Den Privatverkauf mit Profi-Präsentation.

Unabhängig davon, ob Sie mit oder ohne Makler verkaufen: Die Qualität Ihrer Inserat-Fotos entscheidet über Preis und Geschwindigkeit. Das zeigt der systematische Blick auf Immobilien-Präsentation: Professionell präsentierte Objekte erhalten 40% mehr Anfragen, 31% mehr Kontakte und verkaufen sich 18 Tage schneller.

Wenn Sie privat verkaufen, ist die schlechteste Strategie, leere Räume zu fotografieren. 81% aller Käufer können sich leere Räume nicht eingerichtet vorstellen (NAR 2025). Genau das ist der Hauptvorteil von Makler-Objekten: Sie werden professionell präsentiert.

Mit Virtual Staging für Ihre eigenen Fotos können Sie diesen Vorteil replizieren — für €99 statt €11.424 Provision. Das ist der dritte Weg. Ob Sie dann noch einen Privatverkauf-Exposé erstellen oder einen Festpreis-Makler beauftragen, bleibt Ihre Entscheidung. Aber die Home-Staging-Investition zahlt sich in beiden Szenarien aus.

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Weitere Ratgeber für Ihren Immobilienverkauf

Häufige Fragen: Makler oder privat verkaufen?

In Deutschland liegt die Gesamtprovision bei 5,95%–7,14% des Kaufpreises. Der Standardsatz in den meisten Bundesländern beträgt 7,14% — davon tragen Sie als Verkäufer nach dem Halbteilungsprinzip (§656a-d BGB, seit Dez. 2020) genau 3,57%. Bei einer Immobilie für 320.000 EUR sind das 11.424 EUR. Hamburg (6,25%) und Bremen/Mecklenburg-Vorpommern (5,95%) haben niedrigere Sätze.
Auf den ersten Blick 11.424 EUR (bei 320.000 EUR). In der Realität hängt die tatsächliche Ersparnis davon ab, ob Sie einen marktgerechten Preis erzielen. Private Verkäufer überschätzen ihren Preis systematisch: In 9 von 11 deutschen Großstädten sind Privatangebote zwar teurer gelistet, werden aber günstiger abgeschlossen als Makler-Objekte (Wohnglueck.de). 24% der Privatangebote brauchen eine Preisreduktion nach dem Erstinserat — bei Makler-Objekten nur 5%.
Ja — es gibt keine gesetzliche Pflicht, einen Makler zu beauftragen. Sie brauchen: Energieausweis, Grundbuchauszug, Wohnflächenberechnung, Grundrisse und Baupläne. Der Zeitaufwand beträgt laut Homeday und immoverkauf24.de erfahrungsgemäß 80–120 Stunden. Rechtlich sind Sie für alle Angaben im Exposé haftbar und müssen bekannte Mängel offenlegen.
Seit dem 23. Dezember 2020 gilt das Halbteilungsprinzip für Wohnimmobilien (§656a-d BGB): Käufer und Verkäufer teilen die Provision zu gleichen Teilen. Wer den Makler bestellt, darf nicht weniger zahlen als die Gegenseite. Die alte Praxis, wo Käufer die gesamte Provision zahlten, ist für Wohnungen und Einfamilienhäuser nicht mehr möglich.
Im Durchschnitt doppelt so lang wie mit Makler (Albrecht Ventures / Statista). Der Hauptgrund: Private Verkäufer überschätzen ihren Preis. Laut der Kreissparkasse Köln Studie (1.000+ Objekte) dauert eine Immobilie mit 20% Überpreis 379 Tage — verglichen mit 55 Tagen bei marktgerechtem Preis. Professionelle Preisfindung und Präsentation sind der Schlüssel.

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Eugen Görtz — Gründer von ImmoStage
Verfasst von

Eugen Görtz

Gründer & Geschäftsführer, ImmoStage

Eugen Görtz ist Gründer von ImmoStage. Vor der Gründung war er über 10 Jahre als Abteilungsleiter in einem Industrieunternehmen tätig — mit Verantwortung für Prozessoptimierung, Teamführung und Digitalisierung. Diese operative Erfahrung fließt direkt in die Produktentwicklung von ImmoStage ein: pragmatische Lösungen, die im Makler-Alltag funktionieren.

10+ Jahre Abteilungsleiter in der IndustrieGründer von ImmoStage (2024)Fokus: KI-Staging für DACH-MaklerDSGVO & EU-Compliance
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Veröffentlicht: 1. Januar 2025
Lesezeit: 8 Min.

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