GEG 2024 — aktuell

87% aller Bestandsgebäude haben nicht die Top-Energieklasse Nutzen Sie das.

Wer A oder A+ vorweisen kann, erzielt bis zu 23% mehr Verkaufspreis. Wer gar keinen Ausweis vorlegt, riskiert bis zu €15.000 Bußgeld. Was das GEG genau verlangt — und wie Sie den Energieausweis als Verkaufsargument einsetzen.

+23%
Preisaufschlag A+/A vs. D-Klasse (ETW)
Quelle: immowelt-Analyse 2025
€15.000
max. Bußgeld bei fehlendem Ausweis
Quelle: GEG § 108
13%
aller Bestandsgebäude haben Top-Klasse A/A+/B
Quelle: McMakler 2024

Auf einen Blick

Der Energieausweis ist Pflicht — aber er ist mehr als ein Compliance-Dokument. Eine aufschlussreiche Analyse von immowelt (2025) auf Basis hedonischer Preismodellierung zeigt: Eigentumswohnungen mit Energieklasse A+ oder A erzielen bis zu 23% mehr als vergleichbare D-Objekte. Das entspricht bei einer 300.000-EUR-Wohnung einem Mehrerlös von bis zu €69.000. Gleichzeitig riskiert, wer bei Besichtigung keinen gültigen Ausweis vorliegt, ein Bußgeld von bis zu €15.000 (GEG § 108). Diese Seite erklärt, was das Gesetz verlangt, was beides kostet — und wie Sie den Energieausweis als aktives Verkaufsargument nutzen.

Wann ist der Energieausweis Pflicht? (GEG § 80)

Die Antwort ist klar. § 80 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) schreibt vor: Spätestens bei der ersten Besichtigung muss der Energieausweis unaufgefordert vorliegen — nicht auf Anfrage, nicht beim Notartermin, sondern aktiv vorzeigen oder sichtbar aushängen.

Dazu kommen die Pflichtangaben im Inserat. Das offizielle GEG-Infoportal des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) listet fünf Pflichtfelder nach § 87 GEG für jedes Inserat, sobald ein Energieausweis vorliegt oder vorliegen muss.

Wer das Inserat aufgibt, trägt die Verantwortung. Das ist entscheidend für Makler: Schalten Sie die Anzeige, haften Sie für vollständige Angaben. Nicht der Eigentümer. Nicht der Notar. Sie.

Die 5 Pflichtangaben im Inserat (§ 87 GEG)

1

Art des Ausweises

Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis — muss explizit genannt werden.

2

Endenergie (kWh/m²a)

Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch — der genaue Wert, nicht die Klasse allein.

3

Hauptenergieträger

Zum Beispiel Erdgas, Heizöl, Fernwärme, Wärmepumpe. Entscheidend für Kaufkalkulation.

4

Baujahr

Das Baujahr des Gebäudes laut Energieausweis — nicht das Datum des Ausweises.

5

Energieeffizienzklasse

A+ bis H — nur bei Wohngebäuden Pflicht. Dieser Wert beeinflusst den Verkaufspreis direkt.

!

Bußgeld: bis €15.000

Fehlt eine Angabe oder wird kein Ausweis vorgelegt: Ordnungswidrigkeit nach § 108 GEG.

Professionell gestagtes Wohnzimmer mit sichtbarem Energieausweis Klasse A im Vordergrund

Energieklasse A + professionelle Präsentation — die Kombination für maximalen Verkaufspreis

Ausnahmen: Wann brauchen Sie keinen Energieausweis?

Es gibt sie. Aber sie sind eng gefasst.

Die Ausnahmen nach GEG gelten für vier Gebäudetypen: Objekte unter 50 m² Nutzfläche, denkmalgeschützte Gebäude, Ferienhäuser mit unter vier Monaten Nutzung pro Jahr und Abrissobjekte. Das bestätigt der ADAC-Ratgeber zum Energieausweis 2026.

Prüfen Sie diese Kriterien sorgfältig. Eine falsch eingeschätzte Ausnahme — zum Beispiel ein Ferienhaus mit mehr als vier Monaten tatsächlicher Nutzung — kann trotzdem zur Bußgeldpflicht führen. Im Zweifel: Ausweis beschaffen. Die Kosten (ab €50) stehen in keinem Verhältnis zum Risiko (bis €15.000).

Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis — was brauchen Sie?

Die Frage entscheidet über Kosten und Überzeugungskraft. Wie die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online erklärt, gibt es klare Regeln.

Der Bedarfsausweis ist zwingend vorgeschrieben bei Gebäuden mit bis zu vier Wohneinheiten und Baujahr vor dem 1. November 1977 — sofern keine vollständige Wärmeschutz-Modernisierung seitdem erfolgte. Neubauten immer. Alle anderen Gebäude haben die freie Wahl.

Für Verkäufer gibt es einen praktischen Hinweis: Wer die Wahl hat, sollte den Bedarfsausweis in Betracht ziehen. Die renommierten Daten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) aus einer Analyse über 19 deutsche Städte und den Zeitraum 2014 bis 2024 zeigen: Der Aufpreis für A+/A-Objekte beträgt beim Bedarfsausweis €650/m². Beim Verbrauchsausweis nur €225/m². Der Grund: Der Bedarfsausweis misst das bauliche Potenzial, nicht das Nutzerverhalten. Käufer vertrauen ihm mehr.

KriteriumVerbrauchsausweisBedarfsausweis
Basis3 Jahre HeizkostenabrechnungenBauliche Merkmale, Gebäudehülle
Kosten€50–150€300–600
Pflicht bei...Keine spezifische PflichtAltbau vor 1977 (bis 4 WE), Neubau
Abhängig von...Nutzerverhalten (verzerrt)Bausubstanz (objektiv)
KäufervertrauenMittelHoch — €650/m² Aufpreis (IfW Kiel)
Lieferzeit24–48h (online)3–5 Werktage

Energieklasse und Verkaufspreis: Die Zahlen

Hier wird es für Verkäufer und Makler interessant.

Die immowelt-Analyse 2025, basierend auf hedonischer Preismodellierung über alle bundesweiten Angebote, zeigt für Eigentumswohnungen mit Klasse D als Referenzwert (häufigste Klasse in Deutschland): A+ und A erzielen +23% mehr. B-Klasse noch +12%. C-Klasse +6%.

Bei einem Wohnungswert von 300.000 EUR sind das bei A+ bis zu €69.000 Mehrerlös. Selbst eine energetische Sanierung — laut IfW Kiel rund €700/m² von D/E zu A+/A — rechnet sich bei vielen Objekten.

Nur 13% aller deutschen Immobilien haben eine Top-Energieklasse A, A+ oder B. Das zeigt die McMakler-Studie über 19.000 ausgestellte Energieausweise (2023–2024). Der Durchschnitt liegt bei Klasse F (172,8 kWh/(m²·a)). Wer also A oder B vorweisen kann, ist in einer Minderheit — und sollte das aktiv kommunizieren.

Besonders ausgeprägt ist der Effekt in ländlichen Regionen: bis zu 51% Preisunterschied zwischen der besten (A) und schlechtesten (H) Energieklasse. In den Top-7-Metropolen beträgt die Differenz zwischen C und A bei Häusern ca. 19%.

Energieklasse und Verkaufspreis: Aufschlag/Abschlag gegenüber Klasse D

Bundesweiter Durchschnitt, Eigentumswohnungen — Quelle: immowelt-Analyse 2025, hedonisches Preismodell (Referenz: Klasse D = 0%)

Kosten und Ablauf: So kommen Sie zum Energieausweis

Der Ablauf ist in vier Schritte eingeteilt — und kürzer als die meisten erwarten.

1

Unterlagen sammeln

Baujahr, Heizsystem, Wohnfläche. Für Verbrauchsausweis: 3 Jahre Heizkostenabrechnungen.

2

Aussteller wählen

Energieberater, Architekt, Bauingenieur oder Online-Anbieter. Qualifikation nach GEG § 88.

3

Erstellung

Online-Anbieter: 24–48h. Vor Ort: 3–5 Werktage. Gültigkeit: 10 Jahre.

4

Vorlage bei Besichtigung

Unaufgefordert aushängen oder vorlegen. Original oder Kopie. Übergabe beim Notartermin.

Kosten auf einen Blick

Verbrauchsausweis: €50–150 (Online-Anbieter ab unter €80, Durchschnitt: €133 laut energyausweis.de)

Bedarfsausweis: €300–600 (abhängig von Gebäudegröße und Aussteller)

Gültigkeit: 10 Jahre

BAFA-Förderung: Bis zu 50% der Energieberatungskosten — relevant für Bedarfsausweis-Ersteller mit weiterführender Beratung.

Der unabhängige Anbietervergleich von energyausweis.de hat zehn Online-Anbieter verglichen: Die günstigste Gruppe liegt unter €80, vier Anbieter fallen in diese Kategorie. Der Gesamtdurchschnitt aller Anbieter beträgt €133. Das ist weniger als ein Monat Leerstandsnebenkosten.

Was ändert sich 2026? EU-Gebäuderichtlinie EPBD

Wer jetzt verkauft, sollte das einplanen.

Deutschland muss bis Ende Mai 2026 die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) umsetzen. Das bedeutet laut ADAC-Ratgeber zum aktuellen GEG-Stand konkret:

Neue Skala: A bis G

Die bestehende Skala A+ bis H wird durch eine einheitliche europäische Skala von A bis G ersetzt. Ihr aktueller Ausweis bleibt bis zum Ablauf gültig.

Zentrales Register

Alle ausgestellten Energieausweise werden in einem zentralen, maschinenlesbaren Register erfasst. QR-Code wird Standard.

Modernisierungsempfehlungen Pflicht

Jeder neue Ausweis muss konkrete Empfehlungen zur Energieeffizienzverbesserung enthalten. Käufer sehen sofort, was saniert werden müsste.

Deadline: Mai 2026

Deutschland muss die Richtlinie bis Ende Mai 2026 in nationales Recht umsetzen. Für anstehende Verkäufe: Ausweis noch nach aktueller Skala ausstellen lassen.

Infografik: Deutsche Energieausweis Effizienzklassen A+ bis H mit zugehörigen kWh-Werten und Farbskala

Energieeffizienzklassen A+ bis H — die neue EU-Skala ab 2026 geht von A bis G

Energieausweis + professionelle Präsentation = maximaler Verkaufspreis

Der Energieausweis zeigt die harten Daten. Das reicht nicht.

Käufer entscheiden emotional. Sie scrollen durch ImmoScout24, sehen Fotos, und klicken auf Objekte, die sie sich vorstellen können. Ein A+-Objekt mit leeren Räumen und schlechten Fotos verliert gegen ein D-Objekt mit professionell gestagten Bildern. Immer. 81% aller Kaufinteressenten können sich leere Räume nicht eingerichtet vorstellen — das zeigen Daten der National Association of Realtors.

Das optimale Inserat für Ihre Immobilie kombiniert beides: vollständige und korrekte Energieausweis-Daten plus professionelle Fotos, die Käufer emotional ansprechen. Wer seine Immobilie professionell präsentiert, erhält laut StagerAI-Analyse (4.200 Inserate) 40% mehr Anfragen.

Die Rechnung ist einfach

A+-Klasse: +23% Preisaufschlag möglich (immowelt 2025)

Professionelles Staging: +40% mehr Anfragen, 15% höherer Verkaufspreis

Kombination: Energieausweis kommuniziert den Wert — Staging verkauft ihn.

Mit ImmoStage erstellen Sie in 5 Minuten professionelle Staging-Fotos, die zum Energieprofil Ihrer Immobilie passen. Beim KI-Exposé-Generator werden die Pflichtangaben aus dem Energieausweis korrekt übernommen. Die vollständige Unterlagen-Checkliste hilft Ihnen, nichts zu vergessen.

Energieklasse kommunizieren. Immobilie professionell zeigen.

Ab €99 im Monat. Weniger als 1% des Mehrerlöses einer A-Klasse-Immobilie. Fotos hochladen, Stil wählen, in 5 Minuten fertig.

Weitere Themen rund um den Immobilienverkauf

Häufige Fragen zum Energieausweis beim Immobilienverkauf

Beide können haften. § 80 GEG verpflichtet den Verkäufer, den Energieausweis spätestens bei der ersten Besichtigung unaufgefordert vorzulegen. Gibt der Makler die Anzeige auf, ist er nach § 87 GEG für die fünf Pflichtangaben verantwortlich. Vergisst er eine Angabe oder gibt er falsche Werte an, droht ihm persönlich ein Bußgeld von bis zu €15.000. Der Energieausweis sollte also nie zwischen Makler und Eigentümer hin- und hergeschoben werden — die Pflicht ist eindeutig geregelt.
Ein Verbrauchsausweis kostet bei Online-Anbietern zwischen €50 und €150. Ein unabhängiger Vergleich von energyausweis.de (zehn Anbieter) zeigt: Die günstigste Gruppe liegt unter €80, der Gesamtdurchschnitt bei €133. Ein Bedarfsausweis kostet €300 bis €600, je nach Gebäudegröße und Aussteller. Bei Altbauten vor 1977 (bis 4 Wohneinheiten) ist der Bedarfsausweis zwingend vorgeschrieben.
Energieausweise sind 10 Jahre gültig. Ein alter Ausweis nach EnEV kann noch verwendet werden, solange das Ausstellungsdatum nicht mehr als 10 Jahre zurückliegt. Nach Ablauf muss ein neuer Ausweis nach GEG ausgestellt werden. Wenn Sie sich unsicher sind: Prüfen Sie das Ausstellungsdatum auf dem Dokument.
Bis Ende Mai 2026 muss Deutschland die EU-Gebäuderichtlinie umsetzen. Die neue Skala geht von A bis G und ersetzt die bestehende A+ bis H-Einteilung. Hinzu kommen ein zentrales Register, verpflichtende Modernisierungsempfehlungen in jedem neuen Ausweis und maschinenlesbare digitale Ausweise mit QR-Code. Bestehende Ausweise behalten ihre Gültigkeit bis zum ursprünglichen Ablaufdatum.
Der Bedarfsausweis ist Pflicht für Gebäude mit bis zu vier Wohneinheiten und Baujahr vor dem 1. November 1977, sofern keine vollständige Modernisierung nach Wärmeschutzverordnung seitdem durchgeführt wurde. Neubauten erhalten immer einen Bedarfsausweis. Alle anderen Gebäude haben die freie Wahl zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis. Empfehlung für Verkäufer: Der Bedarfsausweis ist objektiver und erhöht laut IfW-Kiel-Studie den Preisaufschlag für Top-Klassen deutlich stärker.

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Eugen Görtz — Gründer von ImmoStage
Verfasst von

Eugen Görtz

Gründer & Geschäftsführer, ImmoStage

Eugen Görtz ist Gründer von ImmoStage. Vor der Gründung war er über 10 Jahre als Abteilungsleiter in einem Industrieunternehmen tätig — mit Verantwortung für Prozessoptimierung, Teamführung und Digitalisierung. Diese operative Erfahrung fließt direkt in die Produktentwicklung von ImmoStage ein: pragmatische Lösungen, die im Makler-Alltag funktionieren.

10+ Jahre Abteilungsleiter in der IndustrieGründer von ImmoStage (2024)Fokus: KI-Staging für DACH-MaklerDSGVO & EU-Compliance
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Veröffentlicht: 1. Januar 2025
Lesezeit: 8 Min.

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