Auf einen Blick
Tipp 1: Aufräumen und Entrümpeln — bevor die Kamera rauskommt
Kein Foto rettet ein unaufgeräumtes Zimmer. Persönliche Gegenstände, volle Arbeitsflächen, offene Kabel — all das lenkt ab. Räumen Sie Küche, Bad und Wohnräume gründlich auf, bevor Sie die Kamera auch nur einschalten. Verstecken Sie Mülleimer, klappen Sie Toilettendeckel herunter, machen Sie Betten. Falls die Wohnung bereits leer steht: Auch ein leerer Raum braucht Vorbereitung. Staub, Spinnweben und schmutzige Fenster fallen auf Fotos stärker auf als mit bloßem Auge.
Wer eine leere Wohnung ansprechend präsentieren will, findet dort eine detaillierte Anleitung. Die Kurzfassung: Weniger ist auf jedem Foto mehr.

Aus der Ecke, mit Stativ, bei Tageslicht — die Grundlage guter Immobilienfotos.
Tipp 2: Licht ist alles — Tageslicht optimal nutzen
Licht entscheidet über die gesamte Bildwirkung. Öffnen Sie alle Vorhänge und Jalousien. Schalten Sie jede Lampe in der Wohnung ein — auch Stehlampen und Unterschrankbeleuchtung. Die Kombination aus natürlichem Tageslicht und warmem Kunstlicht bei 3000 K ergibt die einladendste Atmosphäre.
Verzichten Sie auf den eingebauten Kamerablitz. Der erzeugt harte Schatten und kalte Farbstiche, die jeden Raum unwohnlich wirken lassen. Falls das Tageslicht nicht ausreicht: Ein Baustrahler mit Diffusor-Folie (zusammen etwa 25 EUR) liefert gleichmäßigeres Licht als jeder Aufsteckblitz.

Alle Vorhänge offen, alle Lampen an — so entsteht natürliches, einladendes Licht.
Tipp 3: Das richtige Equipment — Weitwinkel und Stativ
Eine Brennweite zwischen 16 und 24 mm ist Pflicht für Innenräume. Alles darüber zeigt zu wenig vom Raum. Die Immobilienfotografie-Experten von PrimePhoto analysieren: Ein Profi-DSLR-Sensor ist 55-mal größer als ein Smartphone-Sensor. Trotzdem reicht ein modernes Smartphone mit 0,5x-Weitwinkel für solide Ergebnisse — vorausgesetzt, Sie nutzen ein Stativ.
Wer regelmäßig Immobilienfotos mit dem Smartphone macht, sollte den RAW-Modus aktivieren (über die Lightroom-App, ISO auf 32 stellen) und ein Stativ auf 1,20–1,40 m Höhe verwenden. Wunderflats empfiehlt mindestens Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixel) und 5–10 hochwertige Fotos pro Inserat.
Quelle: PrimePhoto, Smartphone-Analyse
Tipp 4: Der richtige Winkel — aus der Ecke, auf Lichtschalterhöhe
Stellen Sie die Kamera auf 1,40 m Höhe — das entspricht ungefähr der Höhe eines Lichtschalters. Fotografieren Sie diagonal aus einer Raumecke heraus. So erfassen Sie zwei oder drei Wände gleichzeitig, und der Raum wirkt tiefer als aus der Mitte.
Querformat ist Pflicht. Immobilienportale wie ImmoScout24 zeigen Bilder im Querformat an. Hochkantfotos werden beschnitten und verlieren Bildinformation. Halten Sie die Kamera waagerecht — kippen Sie sie weder nach oben noch nach unten. Stürzende Linien lassen Wände schief wirken und kosten Vertrauen.
Tipp 5: Die beste Tageszeit — goldene Stunde und blaue Stunde
Die Immobilienfotografie-Experten von PrimePhoto empfehlen drei Zeitfenster:
- 8:00–10:00 Uhr: Sanftes, diffuses Licht — ideal für Innenräume. Gleichmäßige Ausleuchtung ohne harte Schatten.
- 17:00–19:00 Uhr (goldene Stunde): Warmes Licht für Außenaufnahmen und Fassadenfotos.
- Direkt nach Sonnenuntergang (blaue Stunde): Kombination aus Dämmerungshimmel und warmem Innenlicht — der Premium-Effekt für Exposés.
Zwischen 11 und 15 Uhr? Pause. Das Licht ist hart, der Kontrast zwischen Innen und Außen zu stark. PrimePhoto fasst es zusammen: „Zwischen elf und drei hat der Immobilienfotograf frei.“

Goldene Stunde: Warmes Licht auf der Fassade erzeugt sofort emotionale Wirkung.
Tipp 6: HDR-Fotografie — helle Fenster ohne überbelichteten Himmel
Wer kennt das Problem nicht: Entweder ist der Raum richtig belichtet und die Fenster sind weiß ausgebrannt, oder der Ausblick stimmt und der Raum versinkt im Dunkel. HDR-Fotografie löst das. Die Kamera nimmt mehrere Belichtungen auf — eine für die hellen Bereiche, eine für die dunklen — und verschmilzt sie zu einem Bild mit ausgewogenem Licht.
Moderne Smartphones bieten einen automatischen HDR-Modus. Bei DSLR-Kameras nutzen Sie die Belichtungsreihe (Bracketing) und verschmelzen die Bilder in Lightroom oder Photoshop. Die Kosten für ein Creative-Cloud-Abo liegen bei etwa 20 EUR im Monat — mit 30-tägiger Testphase.
Tipp 7: Vertikale Linien gerade halten
Schiefe Wände zerstören das Vertrauen in ein Inserat. Das passiert, wenn die Kamera leicht nach oben oder unten gekippt ist. Die Lösung: eine kleine Wasserwaage auf dem Blitzschuh (unter 10 EUR) oder die Gitterlinien-Funktion in der Kamera-App.
Falls es im Nachhinein doch schief aussieht: In Lightroom gibt es unter „Objektivkorrekturen“ eine automatische Funktion, die stürzende Linien mit einem Klick begradigt. Das dauert fünf Sekunden pro Bild und macht einen sichtbaren Unterschied.
Quelle: PrimePhoto Analyse 2025 (249 Berliner Objekte ab €1,5 Mio.)
Tipp 8: Leere Räume? Virtuelles Home Staging macht aus leer „einzugsbereit“
Die Rechnung ist einfach. 81 % aller Käufer können sich leere Räume nicht eingerichtet vorstellen — das zeigt der NAR Profile of Home Staging Report 2025. Ein leeres Zimmer auf dem Foto bleibt eine leere Fläche im Kopf des Interessenten. Kein Gefühl von Zuhause, keine Vorstellung von Maßstab.
Virtuelles Home Staging — auch digitales Home Staging genannt — löst genau dieses Problem. KI-basierte Software fügt fotorealistische Möbel in Ihre Fotos ein. Das Ergebnis steht in unter 5 Minuten bereit. Keine Möbel schleppen, kein Staging-Team koordinieren. Wer eine leere Wohnung virtuell einrichten will, braucht nur ein Foto und 24 Stunden Lieferzeit.


