Grundriss Stadthaus: Optimal wohnen auf schmalem Grund
Das Stadthaus ist die ideale Lösung für städtische Grundstücke, wo Bauland teuer und knapp ist. Mit seiner vertikalen Bauweise nutzt es den vorhandenen Platz optimal aus und bietet dennoch komfortables Wohnen für Familien.

Was ist ein Stadthaus?
Ein Stadthaus zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Schmale Bauweise: Typisch 5-8 Meter Breite
- Mehrstöckig: Meist 3-4 Vollgeschosse
- Vertikale Erschließung: Zentrale Treppe als Kern
- Innerstädtische Lage: Optimiert für kleine Grundstücke
Typische Maße
| Merkmal | Bereich |
|---|---|
| Grundstücksbreite | 5-10 m |
| Grundstückstiefe | 15-25 m |
| Wohnfläche | 120-200 m² |
| Geschosse | 3-4 |
Abgrenzung zu anderen Haustypen
Stadthaus vs. Reihenhaus:- Stadthaus: Oft freistehend oder mit einer gemeinsamen Wand
- Reihenhaus: Immer Teil einer Kette mit beidseitigen Nachbarn
- Stadthaus: Schmal und hoch, wenig Grundfläche
- Einfamilienhaus: Breiter und flacher, mehr Grundfläche
Grundriss-Konzepte für Stadthäuser
Das klassische 3-Geschosser Stadthaus
Erdgeschoss (ca. 40-50 m²):- Eingangsbereich mit Garderobe: 6 m²
- Treppenhaus: 8 m²
- Wohnküche mit Essbereich: 30 m²
- Gäste-WC: 3 m²
- Zugang zum Garten/Terrasse
- Wohnzimmer: 25 m²
- Arbeitszimmer/Bibliothek: 12 m²
- Treppenhaus: 8 m²
- Optional: Balkon
- Elternschlafzimmer: 16 m²
- Kinderzimmer: 14 m²
- Badezimmer: 10 m²
- Treppenhaus: 8 m²
Das moderne 4-Geschosser
Erdgeschoss:- Garage/Stellplatz
- Eingang und Technikraum
- Hauswirtschaft
- Offene Wohnküche
- Esszimmer
- Gäste-WC
- 2-3 Kinderzimmer
- Familienbad
- Eltern-Suite mit Bad
- Dachterrasse
Das Split-Level-Konzept
Halbgeschosse für interessante Raumfolgen:
- Eingang auf Straßenniveau
- Wohnbereich +0,5 Geschosse höher
- Küche/Essen +1 Geschoss
- Schlafebene +1,5 Geschosse
- Dachstudio +2 Geschosse
Besondere Herausforderungen bei Stadthäusern
1. Belichtung der Mittelzonen
Bei schmalen Häusern kann die Mitte dunkel werden:
Lösungen:- Oberlicht im Treppenhaus
- Glasböden zwischen Etagen
- Atrium oder Lichthof
- Große Fenster an Front und Rückseite
2. Treppe als Raumfresser
Die Treppe nimmt auf jeder Etage Platz weg:
Optimierung:- Gewendelte Treppen sparen Fläche
- Unter der Treppe: Stauraum oder WC
- Offene Treppen als Gestaltungselement
3. Schallschutz zwischen Etagen
Mehr Etagen bedeuten mehr Potential für Trittschall:
Maßnahmen:- Massivdecken statt Holzbalken
- Trittschalldämmung unter Böden
- Schlafzimmer nicht über Wohnzimmer
- Teppich oder Kork in Schlafräumen
4. Barrierefreiheit
Treppen sind unvermeidlich, aber:
Vorsorge:- Schacht für späteren Aufzug einplanen
- Erdgeschoss für Tagesfunktionen nutzbar gestalten
- Breite Treppe (mind. 1 m) für Treppenlift
Stadthaus-Grundrisse nach Grundstücksbreite
5-6 Meter Breite (sehr schmal)
Herausforderung: Jeder Zentimeter zählt Empfohlene Aufteilung:- Ein Raum pro Etage + Treppe
- Offene Gestaltung ohne Flure
- Treppe zentral oder seitlich
- EG: Wohnküche + Gäste-WC (35 m²)
- 1.OG: Elternschlafzimmer + Bad (32 m²)
- 2.OG: Kinderzimmer + Kinderzimmer (30 m²)
- DG: Studio/Büro (23 m²)
7-8 Meter Breite (Standard)
Möglichkeiten: Zwei Räume nebeneinander pro Etage Empfohlene Aufteilung:- Treppe mittig oder seitlich
- Je zwei Zimmer pro Geschoss
- Optionale Flurzone
- EG: Wohnzimmer (25 m²) + Küche/Essen (20 m²) + WC
- 1.OG: Elternschlafzimmer (18 m²) + Kinderzimmer (14 m²) + Bad
- 2.OG: Kinderzimmer (15 m²) + Büro (12 m²) + Duschbad
9-10 Meter Breite (komfortabel)
Möglichkeiten: Großzügige Räume, klassischer Grundriss möglich Empfohlene Aufteilung:- Mittelflur mit Zimmern links und rechts
- Großzügiges Treppenhaus
- Platz für Ankleide und begehbare Schränke
Planungstipps für den Stadthaus-Grundriss
1. Funktionen vertikal denken
Ordnen Sie die Räume sinnvoll nach Etagen:
- Unten: Laute, öffentliche Räume (Wohnen, Kochen)
- Mitte: Kinderzimmer, Bäder
- Oben: Elternbereich, Rückzug
2. Stauraum einplanen
Bei schmalen Häusern oft vergessen:
- Einbauschränke in Nischen
- Stauraum unter Dachschrägen
- Keller oder Garage für Saisonales
3. Außenräume integrieren
Auch auf kleinem Grundstück möglich:
- Dachterrasse als Gartenersatz
- Balkone an jeder Etage
- Kleiner Garten hinter dem Haus
- Patio oder Innenhof
4. Smart Home vorplanen
Bei Neubauten ideal:
- Leerrohre in alle Etagen
- Zentrale Technik im Keller oder EG
- Gegensprechanlage mit Video
- Automatische Rollläden
